Was sind Bitcoins? Eine Erklärung der Funktionsweise.

9. Oktober 2013 · Kategorien: Internet, Offtopic

Bitcoins

Über Bitcoins – davon hat der ein oder andere sicherlich schon einmal gehört. Was sich genau dahinter verbirgt und wie es eigentlich funktioniert, ist vielen aber nicht bekannt. Dieser Artikel versucht etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Was sind Bitcoins eigentlich?

Bei den Bitcoins handelt es sich um eine virtuelle Währung. Das bedeutet – im Gegenteil zu Euro, Dollar, Thailändische Baht usw. gibt es kein Bargeld. Das heißt, wenn jemand Bitcoins besitzt, dann ist irgendwo irgendwie – wir kommen dazu später – gespeichert, wieviele er davon hat. Eine Auszahlung von Bitcoins ist also nicht möglich. Möglich ist es jedoch, Bitcoins gegen eine andere Währung zu tauschen, die man wiederum auszahlen lassen kann.

Wo sind Bitcoins gespeichert?

Bei Währungen, mit denen wir es tagtäglich zu tun haben, liegt es auf der Hand, wo sie sich befinden: In Form von Bargeld beim jeweiligen Besitzer. Dass Banken gerne mehr Geldreserven angeben, als sie eigentlich besitzen, lassen wir hierbei mal außer Acht.
Das bedeutet, man weiß eigentlich nur über sich selbst, wie viel Geld man eigentlich besitzt. Anderen Parteien (= Personen, Banken) muss man bei geschäftlichen Beziehungen ein gewisses Vertrauen entgegenbringen.
Das hat ein paar Nachteile: zum einen ist es möglich, dass jemand behauptet, mehr Geld zu haben, als er eigentlich hat. Und damit möglicherweise gar nicht liquide ist. Auch ist es theoretisch möglich, dass sich jemand neues Geld druckt, zum Beispiel im Sinne von Falschgeld.
Bitcoins funktionieren anders: Jede Person, die Bitcoins besitzt, hat ein so genanntes Wallet (zu deutsch Geldbörse). In diesem Wallet sind im Grunde genommen nur die Bitcoinadressen (äquivalent zu Kontonummern), die diese Person besitzt, gespeichert. Aber nicht das Guthaben.
Das Guthaben – bzw. sämtliche Transaktionen und deren Beträge, die seit Entstehung der Bitcoins durchgeführt wurden – wird auf jedem Rechner gespeichert, der auch ein Wallet besitzt. Das heißt, Dein aktueller Kontostand ist auf tausenden von Rechnern gespeichert.
Selbst wenn 100 Leute  sich gemeinsam absprechen und diesen Kontostand auf ihrem Rechner auf die gleiche Weise manipulieren würden, würden Sie damit nichts bewirken: Der Großteil der Bitcoinnutzer hat einen anderen Kontostand gespeichert und ist vertrauenswürdiger.
Eine Fälschung ist also praktisch ausgeschlossen.
Wichtig ist: Den Schlüssel, mit dem du beweist, dass ein Wallet dir gehört, musst Du sicher aufbewahren. Ist er dir verloren gegangen, gibt es keine Möglichkeit zur Wiederherstellung und die Bitcoins wären verloren!

Wie werden Bitcoins generiert?

Währungen, mit denen wir es tagtäglich zu tun haben, werden gedruckt. Das bedeutet zum Beispiel: Damit 50 € mehr auf der Welt existieren, müsste ein neuer 50 €-Schein gedruckt werden.
Bei Bitcoins ist es anders: Das Bitcoinsystem (was aus allen Bitcoinbenutzern besteht) denkt sich regelmäßig Rechenaufgaben aus. Diese sind nach dem derzeitigen mathematischem Wissenstand so kompliziert, dass ein Mensch sie nicht lösen und ein Computer nur nach langen – abschätzbaren – Berechnungen lösen kann.
Auch wenn die Berechnung selbst relativ lange dauert, ist der Nachweis einer richtigen Lösung sehr schnell und einfach durchzuführen. Als Belohnung für eine richtige Lösung bekommt der Rechner, der diese Lösung zuerst gefunden hat, eine festgelegte Anzahl Bitcoins.
Das bedeutet: Bitcoins werden durch Rechenleistung generiert.

Würden Bitcoins dann nicht auf Dauer an Wert verlieren (Inflation)?

Nein, denn ab einem bestimmten Punkt ist Schluss: ab 21 Millionen Bitcoins ist es nicht mehr möglich, noch mehr Bitcoins zu generieren. Das kann man auch nicht fälschen, da dazu der Quelltext der Bitcoinsoftware einer überwiegenden Mehrheit der Bitcoinnutzer umgeschrieben werden müsste.

Wie kann ich ein Wallet erstellen?

Wie gesagt, brauchst Du, um Bitcoins zu besitzen und mit ihnen handeln zu können, ein Wallet.
Die offizielle Möglichkeit, ein Wallet einzurichten, ist über die Software von den Gründern der Bitcoins: Bitcoin-QT;. Es gibt aber auch Online-Wallets, die das Downloaden eines Programms nicht erfordern. Zum BeispielBlockchai.
Ein Online-Wallet ist die bequemere Variante, wobei Bitcoin-QT sicherer ist. Da kannst Du Dir sicher sein, dass du alleiniger Herr über den Wallet bist.

Sind Bitcoins tatsächlich anonym?

Teils! Eine Bitcoinadresse (= Kontonummer) ist keiner Person zugeordnet.
Wenn du allerdings Geld einzahlst, um damit Bitcoins zu kaufen, musst du für gewöhnlich deine Personendaten angeben. Das bedeutet, dass der Dienstleister, der dir die Bitcoins zur Verfügung stellt, sowohl Dich als auch Dein Bitcoinadresse kennt.
Hinzu kommt, dass jeder Bitcoinnutzer sämtliche Transaktionen im gesamten Netzwerk einsehen kann. Also auch Deine.
Theoretisch istes also möglich, dass jemand erfährt, wann Du als Person an wen Bitcoins überwiesen hast.
Hat man allerdings seine Bitcoins anonym eingezahlt, bleibt man theoretisch 100 % anonym.

Was kann ich mit Bitcoins kaufen?

Da sind theoretisch keine Grenzen gesetzt, da Bitcoins alle Anforderungen einer Währung erfüllen wie jede andere anerkannte Währung auch.
Eine Liste mit legalen Shops, die Bitcoins akzeptieren findest Du hier.
Auf Grund der Anonymität, die Bitcoins möglich machen, werden diese auch zunehmend auf dem Schwarzmarkt, zum Beispiel zum An- und Verkauf von Drogen über das Internet, verwendet.

Autor: | Kategorien: Internet, Offtopic

1 Kommentar zu Was sind Bitcoins? Eine Erklärung der Funktionsweise.

  1. Ayna sagt:

    Das Thema Bitcoin ist sicherlich für den ein oder anderen sehr interessant, aber ich glaube kaum, dass die Bürger aktuell daran einen Gedanken verschwenden, in eine digitale Währung zu investieren.

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